Ein Hund aus Rezept

Ein Hund ist der beste Freund des Menschens sagt man ja so schön. Treue, bedingungslose Liebe und manchmal sogar Trost – das sind die Eigenschaften, die wir unserem vierbeinigen Freunden zuschreiben. Ein Hund war auch ein wichtiger Baustein meiner Heilung…

Als ich krank wurde, stand meine Welt auf dem Kopf – von einem Tag auf den anderen. Es sollte nie wieder so werden wie es mal war. Aber wollte ich das überhaupt? War nicht jetzt die Möglichkeit mein Leben neu zu gestalten? Neues auszuprobieren? Das zu machen was ich noch nie gemacht habe? Neue Regeln und eine neue Lebensweise auszuprobieren? Nur, weil ich mein Leben immer nur so gelebt hatte, wie ich es kannte, musste es ja nicht zwangsweise auch das Beste für mich sein, oder?

Ich wollte schon immer ein Haustier haben. Als Kind waren höchstens Wellensittiche drin, da meine Mutter allergisch ist. Als junge Erwachsene wollte ich lieber die Welt entdecken und Karriere machen und hatte keine Zeit mich um ein Tier zu kümmern. Als Mutter war ich rund um die Uhr mit meinen Kindern beschäftigt – und als ich dann noch meine Berufstätigkeit nach vorne brachte und sogar noch eine Firma gründete hatte ich weder Zeit noch Lust für ein Haustier.

Mit der Brustkrebsdiagnose kam dann ganz schnell der Wunsch wieder. Ich wollte ein Tierchen zum liebhaben und kuscheln. Ein Hund wäre genau das richtige sagte mein Mann, denn neben den Kuscheleinheiten bietet ein Hund noch einen MEGA Vorteil: ich muss mindestens zwei Mal am Tag an die frische Luft – ob ich will oder nicht. Bei Wind und Wetter! Was für ein Booster für mein Immunsystem.

Die Meinung meiner Ärztin

Ich habe diese Idee sofort mit meiner Ärztin im Uniklinikum besprochen. Ich wollte Ihren Rat und quasi auch Ihre Erlaubnis. Ich war ja noch immer super verunsichert. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass es eine gute Idee sei, aber noch brauchte ich die Einschätzung der Ärzte bei solchen Sachen… Sie fand das sei eine ganz hervorragende Idee. Sie würde mir sogar sofort ein Rezept ausstellen, wenn das möglich sei. Sie sagte mir, dass ein Hund großartig für mein Immunsystem sei, da ich mich ja dann regelmäßig und sehr oft an der frischen Luft bewegen würde – und somit Sauerstoff in meine Zellen bringen werde – ein natürlicher Krebskiller 😉

Pepper zieht ein

Pepper zieht ein

Ich kümmerte mich umgehend – und ein paar Wochen später ist Pepper bei uns eingezogen. DR. Pepper – soviel Zeit muss sein (in seinen Papieren steht tatsächlich DR. Pepper). Da war er dann, mein Therapeut auf vier Beinen mir einer süßen Fellnase – ist er nicht süß? Wir haben extra nach einem „Anfängerhund“ gesucht. Und das ist dabei rausgekommen:

Pepper ist seinem Ruf mehr als gerecht geworden. Ich bin jeden Tag an der Luft und bewege mich neben meinem Sportpensum sehr viel. Ich werde auch durch (harmlose) Viren kaum noch krank. (und früher war ich ständig krank….) Das ist aber nur der körperliche Aspekt. Meiner Meinung nach hat Pepper mir seelisch auch geholfen auf den richtigen Weg zu gelangen. Er brachte jede Menge Glück ins Haus. Alle waren so happy, dass er da war. Meine Kinder waren fröhlich, mein Mann war schockverliebt. Um mich herum gab es jede Menge positiver Gefühle. Gut für mich. Ich selber war auch von Glück und Dankbarkeit erfüllt, diesem kleinem Wesen ein Zuhause geben zu dürfen. Wir alle dachten nicht mehr ständig an den blöden Krebs – sondern an den süßen Hund!

Was ich heute über mein Haustier denke

Pepper heute

Ich bin Pepper jeden Tag so dankbar, dass es ihn gibt. Er ist nicht nur Medizin und Hoffnung sondern auch ein großes Warum in meinem Leben geworden. Es macht so viel Spaß mit ihm als Haustier. Wir haben immer was zu lachen und ja, auch wenn es mal nervig ist bei Schnee oder Regen mit ihm raus zu gehen – wir sind alle sehr gesund. Danke Pepper!!!

Wenn Du das jetzt alles gelesen hast, glaubst Du, ich würde mein altes Leben wieder haben wollen? NEIN! In gewisser Weise bin ich dem Umstand, dass ich erkrankt war sogar dankbar. So verrückt sich das anhört. Aber ohne diesen Mist wäre Pepper nicht bei uns. Ohne diesen Mist wäre ich nie in den Genuss gekommen jeden Tag an der frischen Luft zu sein – und damit sogar im Allgemeinen so gesund zu werden. Ich finde jeder der möchte, sollte bei Brustkrebs ein Hund auf Rezept bekommen 🙂

Alles Liebe

Tina

Erstmal Durchatmen

Tags:

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.