Erste Schritte in mein neues Leben

Erste Schritte in mein neues Leben

Mai 12, 2020 1 Von Tina Achtermeier

Wenn ich so zurück schaue, denke ich der allererste Schritt den ich gegangen bin, war es ruhig zu bleiben und erstmal durchzuatmen (ich denke daher kommt auch der Name meines Blogs :-)) Ich bin viel mit meinem Mann spazieren gegangen und habe mich mit ihm ausgetauscht. Wir haben stundenlang geredet. Ich weiß noch, wie wir immer wieder und wieder an den See gefahren sind um aus der Situation rauszukommen und durch neue Eindrücke auch neue Gedanken zu bekommen. An der frischen Luft sind mir Gedanken und Ideen gekommen, die ich in einem stickigen kleinen Kämmerlein nie gehabt hätte. So konnte ich nach und nach die Diagnose annehmen.

Schritt 1: Annehmen

Dieses Annehmen hat es mir möglich gemacht einmal etwas genauer draufzuschauen. Ok! Es ist jetzt so – aber: Wie konnte es soweit kommen? Ich wurde schon fast besessen von der Frage. Meine Ärzte sagten mir immer nur: „Das war halt Pech!“ Damit wollte ich mich nicht zufrieden geben. Für mich war es nur sehr schwer vorstellbar, dass es keinen Grund gab, warum sich meine Zellen verändert hatten. Es gibt für alles immer einen Grund. Immer!

Schritt 2: Analysieren

Mit dem Mindset: „Es gibt für alles ein Warum!“ habe ich mich auf die Suche gemacht – und wurde überraschend schnell fündig – und zwar bei mir selber! Im ersten Moment war das ein sehr erschreckender Gedanke. Ablehnung war mein erstes Gefühl auf diese Erkenntnis. So geht es mir übrigens oft, wenn ich mich mit anderen betroffenen Frauen unterhalte. Für meinen Ansatz: „Schau doch mal, ob Du selber vielleicht, eventuell irgendwas – wenn auch nur ein bisschen- zu dieser Situation beigetragen hast!“ ernte ich oft nur Unverständnis und teilweise sogar Aggression. Dabei hat mit dieser Ansatz so sehr geholfen in meine Kraft zu kommen. Es ist doch so: Wem ich die „Schuld“ gebe, dem gebe ich automatisch die Kraft!! Wenn ich also etwas verbockt habe, ist der einzige Mensch auf diesem Planeten, der es in der Hand hat es wieder gerade zu biegen, ICH selber, oder? Dass ist bei einer so komplexen Sache wie Krebs Hilfe dazu brauche, versteht sich von selber. Ich habe es aber alleine in der Hand WER mir helfen soll und WIE die Hilfe aussieht.

Schritt 3: Ein Ziel definieren

Das ist für mich der wichtigste Schritt gewesen! Ich muss doch, bevor ich loslaufe genau wissen wo ich überhaupt hin möchte. In meinem konkreten Fall war mein Ziel: Ich werde wieder VOLLSTÄNDIG gesund sein. Ich habe das Ziel bewusst so beschrieben und nicht mit möchte, werden oder anderen Konjunktiven. Warum ich das gemacht habe beschreibe ich in einem kommenden Blog „Die Macht der Worte!“ Dieses präzise formulieren des Ziels ist grundlegend wichtig für Deinen Weg der Heilung… glaub es mir!

Schritt 4: Strategie entwickeln

Jetzt, da ich wusste wo ich war, und wo ich genau hinwollte war es an der Zeit meine Strategie zu entwickeln. Das ist wie bei einem Navigationsgerät im Auto. Wenn ich daheim starte und an mein Ziel möchte, gebe ich die Adresse ein, und dass Navi berechnet den Weg dahin.

Bei einer Krebserkrankung ist das natürlich, wie schon oft erwähnt etwas komplexer – ich möchte es jedoch einfach und anschaulich halten – damit Du schnell ins Handeln kommen kann.

Schritt 5: Los gehen

Jetzt hatte ich alles was ich brauchte und konnte meinen Plan ganz einfach abarbeiten. Das gab mir ein sehr gutes Gefühl, denn ich konnte ganz aktiv etwas dazu beitragen wieder gesund zu werden. Ich war kein armes Opfer mehr, sondern eine Frau mit einem Ziel und einem Plan – und die sind, wie sagt man so schön: gefährlich 😉


Wenn Du wissen möchtest, wie alles begann, dann schau mal hier: https://tinaachtermeier.com/2020/05/als-meine-welt-aus-den-angeln-geriet/