Verantwortung übernehmen

Verantwortung übernehmen

Mai 12, 2020 0 Von Tina Achtermeier

Wie ich schon in meinem letzten Blogbeitrag beschrieben habe, war der Schritt, die Verantwortung für die Krebserkrankung auch bei mir zu suchen für mich elementar. Das hat mir so unendlich viel Kraft gegeben – Kraft, die ich für meinen Weg brauchte. Daher finde ich, ist das ein absolut grundlegender Schritt für mich gewesen.

Ich möchte jetzt hier mit Dir meine Verantwortlichkeiten, die ich für mich gefunden habe teilen. Gleichzeitig möchte ich sicherstellen, dass dieses meine ganz persönliche Sicht auf die Dinge ist, und sich hier niemand auch nur im gerigsten widerfinden muss – aber es könnte durchaus möglich sein, dass dir der ein oder andere Punkt auf meiner Liste durchaus bekannt vorkommt. Also dann mal los:

Meine Ernährung war, nett ausgedrückt, sehr schlecht

Pizza, Pommes, Sandwich und Burger – dazu noch jede Menge Süßigkeiten, viel zu viel Zucker im Kaffee. Salat und Gemüse? Waren höchstens Deko 🙂 Jedes Buffett wurde nahezu geplündert. Ich aß zu viel und definitiv viel zu ungesund.

Mein Sportpensum war doch sehr übersichtlich

Sport ist Mord? So krass war meine Überzeugung zwar nicht, aber nahe dran. Ich war Sponsor eines Fitnessstudios (ich bezahlte Beiträge, war aber nie da), hatte ein Fahrrad in der Garage stehen, und einen Heimtrainer im Keller, auf dem ich regelmäßig die Wäsche aufgehangen habe. Ab und an habe ich mich bei gutem Wetter mit Freundinnen zum Inline Skaten verabredet – und ab und zu bin ich auch tatsächlich erschienen.

Ich war komplett überfordert

Als Mutter von zwei Kindern im Grundschulalter, und als Inhaberin einer kleinen Firma hab ich mich ständig zerrissen. Die Kinder waren zwar meistens bis 15:00 Uhr in der Schule – und genau dann wollte ich auch daheim sein um für meine Kinder da zu sein. Ich fühlte mich als Teilzeitmutter und Teilzeitchefin. Die Firma lief zwar ganz gut, aber ich hatte immer das Gefühl noch viel mehr geben zu müssen. Ach nebenbei war ich ja auch noch liebende Ehefrau 😉 Ich hatte das Gefühl im Stress zu ertrinken. Meine Nackenschmerzen wurden immer schlimmer.Das wurde dann sogar so schlimm, dass ich ein HWS diagnostiziert bekommen habe, und das ganz ohne Unfall – komisch 😉

Ich war im Krieg

Das hört sich jetzt sehr dramatisch an – war es auch. Ich hatte so eine Wut in mir – auf mich, auf das Leben und auf alles und jeden. Ich habe ständig irgendwelche Streits vom Zaun gebrochen. Was auch immer mir das gegeben haben mag??? Ich war im Krieg mit meinen Eltern, im Krieg mit Freunden und der schlimmste Krieg, war der gegen mich selber.

Meine Gedanken waren schlimm

Richtig deutlich wurde das für mich, als ich immer wieder und wieder gedacht hatte, dass mich der Stress „noch mal umbringen wird“. Wenn ich sauer auf jemanden war, kam es sogar vor, dass ich ihn angemault habe mit den Worten: „Du machst mich krank!“ Diese beiden Aussagen kamen nicht nur ab und zu in meinem Gedankenkarusell vor, sondern eher ständig.

Heute weiß ich, dass die Gedanken meine Realität formen. Tja, was glaubst Du, was sich aus diesen beiden sehr starken Aussagen geformt hat?? Eine totbringende Krankheit?? Deshalb an dieser Stelle schon mal ein kleiner Tipp: Pass auf, was Du denkst!! Ich werde dazu noch einmal einen gesonderten Blogartikel schreiben um da noch einmal richtig tief einzutauchen – denn hier ist sehr viel Potential für Heilung drin.

Wenn Du wissen möchtest, wie alles begann, dann schau mal hier: https://tinaachtermeier.com/2020/05/als-meine-welt-aus-den-angeln-geriet/