Erstmal Durchatmen

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Ich liebe Geschichten. Vor allem Geschichten, die eine starke Message haben – Geschichten die dazu fähig sind Deinen Blick auf die Welt zu ändern.

Daher habe ich mich entschieden hier regelmäßig Geschichten mit Dir zu teilen, die mir in meiner Zeit der akuten Brustkrebserkrankung geholfen haben. Diese Geschichten haben dazu oft geführt, dass ich meine Einstellung zu dem ein oder anderen Thema verändert habe. Ich denke, die Psyche ist zu mindestens 50% an der Heilung beteiligt – wenn nicht sogar noch deutlich mehr! Umso wichtiger, auch hier den Fokus drauf zu richten. Und wenn es soviel Spaß machen kann….

Den Anfang macht die Geschichte der zwei Engel. Diese Geschichte lehrte mich, dass man vorwärts lebt – aber rückwärts versteht. Aber lies selbst:

Die zwei Engel

Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln im Gästezimmer des Haupthauses auszuruhen.

Anstelle dessen, bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller. Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: „Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau. Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen sie die Engel in ihrem Bett schlafen, wo sie gut schliefen. Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr einziges Einkommen gewesen war, lag tot auf dem Feld. Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren Engel, wie er das habe geschehen lassen können?

„Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm“, meinte er anklagend. „Die zweite Familie hatte wenig, und du ließt die Kuh sterben.“ „Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen“, sagte der ältere Engel. „Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, sodass er es nicht finden konnte. Als wir dann in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen, kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen. Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“

Manchmal ist das genau das, was passiert, wenn die Dinge sich nicht als das entpuppen, was sie sollten. Wenn du Vertrauen hast, musst du dich bloß darauf verlassen, dass jedes Ergebnis zu deinem Vorteil ist. Du magst es nicht bemerken, bevor ein bisschen Zeit vergangen ist…

Meine ganz persönlichen Learnings:

Ich habe durch diese Geschichte gelernt, dass der Krebs nur auf den ersten Blick eine absolute Katastrophe in meinem Leben war. Als ich genauer hinschaute hat der Krebs mir sehr viel Gutes in mein Leben gebracht – für das ich von Herzen sehr dankbar bin.

Da wäre an erster Stelle mein Hund Pepper zu nennen. Ohne den Brustkrebs hätte ich nie den Mut gehabt uns einen Hund zu kaufen. Heute ist das für alle der absolute Schatz, und wir können uns ein Leben ohne den kleinen Racker nicht mehr vorstellen.

Dann habe ich aufgrund des Krebs den Mut gefunden meine Firma zu verkaufen – und endlich nicht mehr einer Arbeit nachgehen zu müssen, die ich nicht mochte – die mich völlig überfordert hat und mich immer trauriger werden ließ – ich habe die Freiheit gewonnen, zu tun was ich liebe. Das ist wunderbar – und erfüllt mich von ganzen Herzen.

Als nächstes hat mich die Brustkrebsdiagnose dazu gezwungen mich mit mir selbst auseinander zu setzen. Es war eine lange Reise – die in absoluter Selbstliebe ein gutes Ziel erreicht hat. Mein Körper ist zwar sehr viel gezeichneter durch die Behandlungen – und alles andere als perfekt – aber ich habe mich noch nie so wohl in meiner Haut gefühlt.

Du siehst – der Krebs war nur auf den ersten Blick das schlimmste was mir passieren konnte – heute will ich das Leben, was folgte nicht mehr missen.

Alles Liebe

Tina

Erstmal Durchatmen

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One response

  1. Danke für diese Geschichte. Mir ging es genauso – ich habe zwar meinen Krebs nicht geheilt, er „schläft“ in mir weiter, aber mein Leben ist durch den Krebs soviel besser geworden. Ich habe mich getraut, Dinge zu machen, die ich vorher nicht angegangen bin. In dem Moment wo ich sagen konnte, ich bin dem Krebs „dankbar“ haben sich alle Hindernisse in Luft aufgelöst. Die Metastasen bleiben – und ich halte sie alle 3 Wochen mit Antikörper Infusionen in Schach. Auch die gebrochenen Rückenwirbel machen mir zu schaffen – Knochen heilen viel langsamer als man denkt. Aber das sind kleine Unannehmlichkeiten, mit denen man leicht leben kann.

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