Die große Frage nach dem Warum?

Die große Frage nach dem Warum?

Juni 4, 2020 0 Von Tina Achtermeier

Solltest Du Dir die Frage nach dem „Warum?“ stellen – oder nicht? Meine Empfehlung ist ein deutliches JA! – aber nicht so wie Du jetzt vielleicht denkst….

Der erste Gedanke bei einer Krebsdiagnose ist in über 90% der Fälle immer Gleich: „WARUM nur ich??“ Vielleicht hast Du Dir die Frage auch schon einmal gestellt – oder fragst Dich immer noch nach dem Grund? Mir ging es auf jeden Fall in den ersten Tagen nach der Diagnose so. Es musste doch einen Grund geben, warum ausgerechnet ich – eine so fröhliche, gesellige Frau – an Brustkrebs erkrankt sein sollte. Das machte doch gar keinen Sinn.

Gott sei Dank hatte ich eine gute Hypnotherapeutin an der Hand, die quasi auch ein Coach in dieser Anfangszeit für mich war. Als ich ihr zum wiederholten Mal diese Frage stellte – ohne eine Antwort zu erwarten – hat sie mir meine Frage mit einer Gegenfrage beantwortet: „Warum nicht?“ Ich war im ersten Moment entsetzt. Was fällt ihr ein? Wie – Warum nicht? Das liegt doch auf der Hand! Auf diese Frage hatte ich natürlich jede Menge antworten. Ich konnte gar nicht mehr aufhören. Ich wusste genau warum der Kelch besser hätte an mir vorbei gehen sollen. Das ist doch logisch – geht Dir ja wohl genau so! Es gibt für jeden 10000 Gründe warum er nicht sterben will, oder?

Das große Umdenken

Dann hat sie mir die beste Frage gestellt, die man in diesem Zusammenhang nur stellen konnte: „Was ist Dein warum- WARUM willst Du Leben?“ Boooooom! Dieser Gedanke hat eingeschlagen wie eine Bombe. Es ging auf einmal nicht mehr um das Vermeiden vom Sterben – sondern um das Gewinnen von Leben. Warum will ich Leben? Im ersten Moment schoss mir in den Sinn: „Für meine Kinder! Die sind doch noch so klein! Die brauchen doch eine Mami.“ der nächste Gedanke war: „Für meinen Mann – meine große Liebe! Wie soll er ohne mich sein – und ich ohne ihn?“ es kamen sogar Gedanken wie: „Für meine Eltern und Freunde – ich könnte es nicht ertragen, wenn sie traurig sind!“

Darauf hin wurde ich von meiner Therapeutin fast schon mitleidig angeschaut. Sie fragte mich: Warum willst du LEBEN? Ich schaute sie verständnislos an- ich hatte das doch gerade beantwortet. Damit ich es noch besser verstehe, was sie damit meint, betonte sie nochmals anders: „Warum willst DU leben?“ Da fiel es mir wie Schuppen vor die Augen. Es geht bei dieser Frage nicht um die anderen! Es macht keinen Sinn für Andere zu leben. Ich lebe für mich!

Sie untermauerte diese Erkenntnis mit einem Vergleich, den Du vielleicht auch kennst, wenn Du ab und an fliegst. Was sagt die Stewardess, sollst Du im Falle eines Druckverlustes tun? Na??

Genau! Du musst Dir zuerst selber helfen, bevor Du anderen Mitreisenden helfen kannst!

Das hat mein Verständnis vom Leben für immer verändert. Ich habe lange darüber nachgedacht, WARUM will ICH leben?? Und ich habe meine ganz persönliche Antwort gefunden. Und sie hat tatsächlich erstmal nichts mit anderen zu tun – es wäre aber schön, wenn meine Familie Teil davon ist! Mein Warum ist: Ich will die Welt sehen! Wie Mark Forster es so schön sagt: Es gibt 194 Länder – ich will jedes davon sehen!

Ein Richtungswechsel

Wichtig hierbei ist für mich, dass Du verstehst, dass meine Gedanken die Richtung gewechselt haben. Meine Gedanken beschäftigten sich nicht mehr mit dem Grund der Krankheit und erzeugten somit negative Gefühle. Meine Gedanken beschäftigen sich mit Gründen warum ich Leben möchte – und erzeugten somit eine ganze Menge positiver Gefühle. Nun, und positive Gefühle geben einem nun mal eine ganze Menge Kraft, stärken das Immunsystem und tragen nachweislich zur Heilung bei. Daher ist es für mich nur ganz logisch nach dem WARUM zu fragen.

Also: WARUM willst DU leben?

Ich habe Dir ein kleines Worksheet dafür vorbereitet. Du findest es unter „Material für Dich“. Lad es Dir herunter, dann kriegst Du Deine Gedanken besser sortiert. Viel Spaß damit.

Ich freue mich, wenn Du Deine Gedanken und vielleicht sogar Dein Warum in die Kommentare schreibst – und somit andere Frauen inspirierst 🙂

Alles Liebe

Tina

Erstmal Durchatmen