Nahrung ist Medizin – Teil 2

Nahrung ist Medizin – Teil 2

Juni 21, 2020 1 Von Tina Achtermeier

Lass deine Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung (Hippokrates)

Schon der alte Grieche Hippokrates, der als Begründer der modernen Medizin gepriesen wird, glaubte fest daran, dass Nahrung die Kraft hat den Körper zu reinigen, ihn wieder ins Gleichgewicht zu bringen und auch zu heilen. Das heißt dann aber wohl im Umkehrschluss, das Nahrung den Körper auch krank machen kann. Getreu nach dem Motto: Ich bin was ich esse. Und glaube mir – ich war genau das was ich gegessen habe: krank!

Im ersten Teil meiner „Nahrung ist Medizin – Reihe“ habe ich beschrieben, dass Du am besten 37 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe die Woche brauchst um gesund zu werden und auch um gesund zu bleiben. Dazu habe dir auch einige dieser natürlichen Zauberstoffe vorgestellt. Sekundäre Pflanzenstoffe, das sind so zusagen die Geheimwaffen der Natur in der Behandlung von Krebs. Jeder nimmt über seine Ernährung täglich ungefähr 1,5 Gramm sekundäre Pflanzenstoffe zu sich. Vegetarier und Veganer konsumieren weitaus mehr bioaktive Wirkstoffe. Es ist also ratsam vielleicht einmal darüber nachzudenken, ob man sich nicht mit einer vorwiegend pflanzlichen Ernährung besser stellt. Falls Du jedoch, wie ich auch, ein Fleischnarr bist – dann sei nicht zu hart mit Dir. Achte stattdessen darauf, dass die Qualität sehr gut ist. Gerade jetzt wird durch den Tönnies Skandal klar, was billiges Fleisch anrichten kann.

In Teil zwei möchte ich Dir ein paar weitere Gesundheitslebensmittel vorstellen. Los geht`s:

Oliven und Olivenöl

Oliven und auch das Olivenöl enthalten besonders hohe Konzentrationen von antioxidativen Phenolen. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BzfE) haben Polyphenole Eigenschaften, die der Entstehung von Tumoren entgegenwirken können. „Laborexperimente haben gezeigt, dass Polyphenole antioxidativ, entzündungshemmend und blutdruckregulierend wirken und das Immunsystem beeinflussen können“, so das BzfE. Eine gute Wahl also, wenn Du wieder gesund werden möchtest. Schwarze Oliven scheinen jedoch reicher an Antooxidantien zu sein als grüne, zumindest wenn sie nicht in Salzlake eingelegt sind. [1] Beim Olivenöl achte unbedingt darauf, dass es kaltgepresst, also „nativ extra“ ist, denn dann weist es eine erheblich höhere Konzentration an bioaktiven Substanzen auf. Am besten integrierst Du einen halben, oder besser noch einen ganzen Esslöffel täglich in deine Ernährung. Aber Achtung: es ist und bleibt ein Öl – und kann bei einem „Zuviel“ schnell dick machen 😉

Lignane – die Pflanzenstoffe, die Östrogenen ähneln

Gerade bei hormonabhängigem Brustkrebs können sich Lignane sehr positiv auswirken. Die Struktur der Lignane ähnelt in gewisser Weise dem Östrogen. Daher können Lignane an die Östrogenrezeptoren der Körperzellen andocken. Dort aber wirken Lignane nicht wie das aggressivere Östrogen, sondern sehr viel schwächer. Das heisst, die Östrogenrezeptoren sind jetzt von den Lignanen besetzt. Folglich kommt die krebsfördernde Wirkung des echten Östrogens nicht mehr so stark zum Tragen. [2] Eine ziemlich gute Sache, finde ich.

Die mit Abstand höchsten Lignankonzentrationen finden sich mit 370 mg pro 100 Gramm im Leinsamen. An zweiter Stelle steht der Sesam mit 30 mg, gefolgt von den Kürbiskernen mit 21,4 mg. Für mich war diese Information Grund genug meinen Speiseplan mit Leinsamen zu spicken. Also ab ins Müsli damit, der Joghurt freut sich über dieses Topping und der Salat wird dadurch zur Antikrebs Geheimwaffe 😉

Pilze

Ich liebe Pilze. Alle möglichen. Egal ob Champignons, Shiitakepilze, Pfifferlinge, Portobello, Steinpilze oder Kräuterseitlinge – alle enthalten die Pflanzenstoffe Polysacchride und Lentinan. Diese sind dafür bekannt die Reproduktion und die Aktivität des Immunsystems zu stimmulieren. Präparate aus so genannten medizinischen Pilzen oder Heilpilzen werden in der traditionellen chinesischen Medizin seit mehreren tausend Jahren verwendet und seit längerem sogar in Japan begleitend in der Krebstherapie eingesetzt. Heilpilze wirken antioxidativ, entgiftend und enthalten essentielle Aminosäuren sowie eine Vielzahl bioaktiver Substanzen. Sie haben einen hohen Gehalt an B-Vitaminen, Vitamin D und Spurenelementen. [3] Es gibt viele Studien, die bestätigten Effekte einer Anti-Tumorwirkung und Immunstärkung im Laborversuchen. Beispielsweise konnte die mittlere Überlebenszeit von Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs durch eine Chemotherapie mit Lentinan (Shitake) nahezu verdoppelt werden (vgl. hierzu Taguchi T/Cancer Detect Prev 1987). Diese doch schon recht alten Ergebnisse wurden inzwischen durch eine Meta-Analyse von 5 Studien mit insgesamt 650 Patienten mit inoperablem oder rezidivierendem Magenkarzinom bestätigt, in denen von einer signifikanten Verlängerung der Überlebenszeit unter Lentinan berichtet wurde (Oba K/Anticancer Res 2009).

In Japan ist Lentinan (Shitake) sogar für die Anwendung bei Patienten mit Magen- oder Darmkrebs offiziell zugelassen. Wusstest Du das? Ich finde es wirklich erstaunlich, dass gerade in den asiatischen Ländern viel mehr über Ernährung geheilt wird als bei uns in Europa. Hier wird die Ernährung kaum bei einer Erkrankung berücksichtigt. Oder wann hat dein Arzt Dich bei einer Anamnese das letzte mal über Deine Ernährungsgewohnheiten befragt. Mich ehrlich gesagt noch nie. Das finde ich bedenklich! Beschreibe doch einmal deine Erfahrungen hierzu in die Kommentare. Ich bin gespannt.

Beim dritten Teil der „Nahrung ist Medizin – Reihe“ stelle ich einmal die unglaubliche Wirkung von Obst vor. Denn eins ist klar: Krebszellen mögen keine Himbeeren 🙂

Alles Liebe

Tina

Nahrung ist Medizin

[1] Das Anti Krebs Buch von David Servan-Schreiber, S. 219

[2] https://www.zentrum-der-gesundheit.de/lignane-ia.html

[3] https://www.biokrebs.de/therapien/immunsystem/heilpilze