Die Sache mit der Milch bei Brustkrebs

Die Sache mit der Milch bei Brustkrebs

Juli 14, 2020 1 Von Tina Achtermeier

Milch ist doch gesund. Oder vielleicht doch nicht? Milch stärkt die Knochen, oder macht sie die Knochen doch porös? Über kaum ein „Lebensmittel“ gibt es so widersprüchliche Ansichten wie über Milch. Eine Studie vom Februar 2020 belegte sogar, dass schon eine Tasse pro Tag das Brustkrebsrisiko um ganze 50 Prozent erhöht [1]. Auf der anderen Seite rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zu einer Tasse Kuhmilch täglich. Das ist doch verrückt!

Die Milch war also mit das erste „Lebensmittel“, was ich aus meinem Ernährungsplan mehr oder weniger verbannt habe. Warum schreibe ich das Wort Lebensmittel in Anführungszeichen? Weil die Milch für mich kein Lebensmittel ist. Ganz einfach! Auch Bodo Melnik, Professor für Ernährungswissenschaft an der Universität Osnabrück sagt eindeutig: „Milch ist kein Produkt! Ihr Signal lautet Wachstum. Neugeborene Säugetiere sind von dieser Programmierung durch Milch zu wachsen abhängig.“ Sei das Wachstum abgeschlossen, würden Tiere mit der Aufnahme von Milch aufhören, so der Experte. „Alle Tiere hören dann damit auf – nur der Mensch nicht.“ Der Mensch würde dadurch viel zu hohe Mengen an Wachstumshormonen zu sich nehmen, als erforderlich. „Mit Blick auf Krebserkrankungen etwa ist Wachstum eine negative Stimulation.“ [2]

Das Problem mit den Hormonen in der Milch

Ich litt ja unter einem hormonsensitiven Tumor in der Brust. Daher war eine Studie der Harvard University [3] für mich mehr als interessant, in der belegt wurde, dass der Konsum von pasteurisierter Kuhmilch hormonbedingten Krebserkrankungen wie etwa Brust- oder Prostatakrebs fördern kann. „Bezüglich der Östrogenbelastung für Menschen besorgt Kuhmilch uns am meisten, da sie eine große Menge an weiblichen Geschlechtshormonen enthält“, so die Leiterin der Studie, Dr. Ganmaa Davaasambuu. Milchprodukte, würden nach ihren Ausführungen beachtliche 60 bis 80 Prozent der konsumierten Östrogene ausmachen. [4] Natürliche Östrogene, wie die in der Milch, hätten demnach ein etwa 100.000 Mal höheres Potential, krebserregend zu sein. Noch einmal: 100.000 Mal höheres Potential krebserregend zu sein. Hört sich für mich nach einem sehr guten Grund an, den Milchkonsum entweder komplett einzustellen, oder wenigstens drastisch zu reduzieren.

Eiter in der Milch

Es tut mir wirklich leid, aber Milch ist aus der folgenden Perspektive sogar recht eklig: Durch das maschinelle Melken können Erreger ins Euter eindringen. Dies kann zu einer so genannten Mastitis, also Euterentzündung, führen – in schlimmen Fällen mit hohem Fieber und sichtbarem Eiter-Austritt. Eine beginnende Mastitis ist aber für den Bauern oft nicht sofort erkennbar, so dass vielfach auch Kühe mit einer versteckten Mastitis einer sogeannten „subklinische Mastitis“ gemolken werden und die Erreger – wenn auch nicht zwingend in Form von Eiter – in die Milch gelangen. [5] Stell Dir das doch bitte einmal vor! Gerade, wenn Du mit einer Brustkrebserkrankung zu kämpfen hast brauchst Du nicht noch mehr Erreger in deinem Körper.

Milch fördert sogar Osteoporose

Ich weiß noch, in meiner Kindheit galt Kuhmilch vor allem wegen ihres hohen Anteils an Kalzium lange Zeit als äußerst gesundes Getränk. Milch macht nicht nur müde Männer munter, sondern stärkt die Knochen hieß es jahrelang. Ein Trugschluss. Inzwischen haben Wissenschaftler festgestellt, dass die Milch aufgrund ihres Eiweißes und der ungesättigten Fettsäuren den Körper sogar übersäuert. Der Körper muss dann die Übersäuerung mit dem Kalzium aus den Knochen neutralisieren um den PH-Wert des Blutes konstant bei 7,4 zu halten. [6] Das Ergebnis ist – Du wirst es kaum glauben – u.a. Osteoporose und Knochenbrüche. Genau entgegen dem, was uns immer beigebracht wurde. Und gerade bei der Behandlung von Brustkrebs, wo die Nebenwirkung der Medikamente sehr oft Osteoporose ist, ist das sogar sehr gefährlich.

Leider ist der Satz aus unserer Kindheit „Milch ist gesund!“ noch viel zu tief in den Köpfen unserer Gesellschaft verankert. Dazu eine kleine Anekdote, welche mir genau so passiert ist: Bei meiner jährlichen Knochendichtemessung ist Anfang des Jahres festgestellt worden, dass meine Dichte leicht im gelben Bereich ist. Das heißt, die gefürchtete Nebenwirkung Osteoporose kommt ein klein bisschen näher. Als ich die Medizinische Angestellte im Krankenhaus fragte, welchen Tipp sie denn für mich hätte, damit ich meine Knochen noch besser schützen könne – weißt Du, was Sie mir geraten hat? MILCH! Wirklich wahr. Ich habe Sie angeguckt, wie ein Auto! Solche Tipps halte ich generell für nicht zielführend – bei einer Brustkrebsbehandlung sogar für gefährlich!

Neueste Erkenntnisse machen Angst

Für Aufsehen sorgten im Februar neue Erkenntnisse des Medizin-Nobelpreisträgers Harald zur Hausen und des DKFZ. Die Forscher fanden in Kuhmilch und in Rindfleisch bislang unbekannte Erreger, von denen Gefahr für den Menschen ausgehen könnte. Die so genannten Bovine Meat and Milk Factors (BMMF) stehen laut DKFZ im Verdacht, chronische Entzündungen zu verursachen, die wiederum ein höheres Risiko für Dickdarm- und möglicherweise auch für Brust- und Prostatakrebs zur Folge haben. Für ihre Studie untersuchten zur Hausen und seine Kollegen Blutseren von Hunderten europäischen Milchkühen und analysierten Milch und Milchprodukte aus Supermärkten. Außerdem entnahmen sie Blutproben von gesunden Menschen und Darmkrebs-Patienten. Das Ergebnis war nach Aussage der Forscher deutlich: Die BMMF fanden sich nicht nur in den tierischen Produkten, sondern auch in den untersuchten menschlichen Zellen. Noch nicht zuverlässig abschätzen lasse sich hingegen, wie bedeutend die Erreger für die Entstehung von Tumoren seien [7]. Diese Studie macht mir ehrlich gesagt schon etwas Angst.

Bei all den oben genannten Studien und Belegen dafür, dass die Milch nun wirklich sehr schlecht für uns ist – möchte ich jedoch die Kirche im Dorf lassen. Leben und Leben lassen ist mein Motto.

Ich persönlich habe daheim für mich die Milch als Getränk oder im Kaffe verbannt und durch Hafermilch oder Mandelmilch ersetzt. Ich esse auch keinen Joghurt mehr, der aus Kuhmilch hergestellt wurde. Da gibt es eine Menge leckerer Alternativen. Frischkäse esse ich nur noch ab und an – auch hier lieber mal eine Alternative. Käse esse ich so oder so nicht – habe ich noch nie….außer auf Pizza 😉 Und die esse ich nach wie vor sehr gerne – allerdings sehr viel seltener als vor der Erkrankung. Wenn ich im Café bin, und einen Cappuccino bestelle – und es keine alternative Milch gibt – dann trinke ich auch mal den Kuhmilch Cappuccino. Kuhmilch ist für mich eher zum „Genussmittel“ geworden. Ich weiß, dass es nicht gut für mich ist, aber die Dosis macht das Gift – und ab und an ist das für mich OK…

Was denkst Du darüber?

Alles Liebe

Tina

Erstmal Durchatmen

[1] https://www.sciencedaily.com/releases/2020/02/200225101323.htm

[2] https://www.merkur.de/leben/gesundheit/experten-warnen-darum-kann-milch-risiko-fuer-krebs-erhoehen-zr-9665493.html

[3] https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/plant-milk-or-cows-milk-which-is-better-for-you

[4] https://news.harvard.edu/gazette/story/2006/12/hormones-in-milk-can-be-dangerous/ und hier die Studie : https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3359127/

[5] https://www.vegpool.de/magazin/eiter-milch.html

[6] https://www.ecowoman.de/20-essen-trinken/4807-milchpreise-in-deutschland-geht-es-eigentlich-noch-billiger

[7] ttps://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101322/Mediziner-warnt-vor-Erregern-in-Rindfleisch-und-Milchprodukten